Lebensmittelsicherheit allgemein

Lebensmittelsicherheit, Food-Compliance, lückenlose Rückverfolgbarkeit von Lebensmittel, Kennzeichnung on Lebensmitteln und Allergenen sind heute die Herausforderungen der sich die Lebensmittelindustrie und die an der Prozesskette beteiligten Unternehmen, nach dem Gesetz werden diese alle als Lebensmittelunternehmer bezeichnet, stellen müssen.

Wer als Lebensmittelproduzent keinen lückenlosen Überblick über die Herstellungs– und Veredlungsprozesse hat, nicht die Risiken aus den Roh– und Fertigwaren kennt, keine Risikoanalyse in der Supply-Chain durchgeführt hat, der nicht die Gefahren einer Kreuzkontamination mit Schadstoffen, Schimmelpilzen, Mykotoxinen, Allergenen oder anderen Kontaminanten in Lebensmittel-Transportbehältern richtig beurteilen kann, der riskiert schnell das gute Image zu verlieren, oder schlimmer noch, er riskiert sogar die Existenz seines Unternehmens.

Daher gilt für alle an der Prozesskette beteiligten Lebensmittelunternehmer die strikte Einhaltung der Europäischen Verordnungen, der nationalen Gesetzte und die Einhaltung der DIN oder DIN EN Normen.

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Hierfür kommen die folgenden Verordnungen und Normen zur Anwendung

  • Lebensmittelsicherheit (EG) 178-2002
  • Lebensmittelhygiene-Verordnung (EU) 852/853-2004
  • Erst– und Wiederkehrende Prüfung von Lebensmittel-Transportbehältern nach DIN 10 502-1/2
  • Eignungsprüfung von Lebensmittel-Transportbehältern nach DIN 10 502-1
  • Lebensmittelinformations-Verordnung (EU) LMIV 1169-2011
  • Futtermittelhygiene-Verordnung (EU) 183-2005
  • LFGB - Lebensmittel- und Futtermittel-Gesetzbuch 2014

Definition Lebensmittelunternehmer

Nach dem Lebensmittelrecht sind Lebensmittelunternehmer alle Unternehmen, gleichgültig, ob sie auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind oder nicht und ob sie öffentlich oder privat sind, die eine mit der Produktion, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammenhängende Tätigkeit ausführen. Lebensmittelunternehmer sind dafür verantwortlich, dass die Anforderungen des Lebensmittelrechts eingehalten werden.

Lebensmittel-Hygiene-Verordnung (LMHV) 852/853 Anforderungen

§ 2 Begriffsbestimmungen
Im Sinne dieser Verordnung sind 1. nachteilige Beeinflussung: eine Ekel erregende oder sonstige Beeinträchtigung der einwandfreien hygienischen Beschaffenheit von Lebensmitteln, wie durch Mikroorganismen, Verunreinigungen, Witterungseinflüsse, Gerüche, Temperaturen, Gase, Dämpfe, Rauch, Aerosole, tierische Schädlinge, menschliche und tierische Ausscheidungen sowie durch Abfälle, Abwässer, Reinigungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Tierarzneimittel, Biozid-Produkte oder ungeeignete Behandlungs- und Zubereitungsverfahren.

§ 3 Allgemeine Hygieneanforderungen
Lebensmittel dürfen nur so hergestellt, behandelt oder in den Verkehr gebracht werden, dass sie bei Beachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung nicht ausgesetzt sind. Es besteht ein allgemeines Hygienegebot, das grundsätzlich auf allen Produktions-, Verarbeitungs- und Behandlungsstufen sowie der ausgelagerten Prozesse oder durch Fremdvergabe – also von der Urproduktion bis zur Abgabe des verarbeiteten Endproduktes an den Verbraucher – gilt. Der Lebensmittelunternehmer und alle beteiligten Fremdfirmen in der Kette müssen ein Hygienekonzept in Form eines HACCP Konzepts mit betrieblichen Eigenkontrollen einrichten und aufrechterhalten. Weiterhin muss der Lebensmittelunternehmer die Rückverfolgbarkeit aller verwendeten Lebensmittel, Behälter, Folien usw. sicherstellen und dafür Sorge tragen, dass die mikrobiologischen Kriterien validiert und Nachweise dokumentiert werden.

Für die an der Prozesskette beteiligte Unternehmen bedeutet das

Grundsätzlich trägt der Lebensmittelunternehmer sowie die beauftragten Fremdfirmen (Logistiker, Reinigungsanlagen, Wartungs- und Reparaturbetriebe, Behälterprüfzentren, etc.) in ihren Teilprozessen die volle Verantwortung für die Lebensmittelsicherheit, für die von ihm hergestellten Lebensmittel oder für die ausgeführten Teilprozesse wie Transport, Reinigung und Desinfektion oder anderer Prozessschritte, mit dem das Lebensmittel oder Produkt in Kontakt kommt (Herstellung von Lebensmittel- Transportbehältern, Herstellung von Silos, Tankcontainern, Kesselwagen, Stand– und Vorratssilos, IBC, Thermo– und Kühlfahrzeuge, etc.).

Für Logistiker, Reinigungsanlagenbetreiber, Behälterhersteller, Wartungs– und Reparaturbetriebe bedeutet das

Alle Beteiligten haben genauso sämtliche lebensmittelrechtlichen Anforderungen aus den europäischen Gesetzen und Verordnungen zu erfüllen, wie die Lebensmittel-Produzenten selber, wenn diese die ausgelagerten Prozesse – sprich Fremdvergabe per Werkvertrag für Reinigung, Desinfektion, Lagerung und Logistik von Lebensmitteln in Lebensmittel-Transport-Behältern, für die Lebensmittelkette von den Produzenten übernehmen und annehmen, ohne das es hier einer schriftlichen Vereinbarung oder Regelung der Parteien im Werkvertrag bedarf.

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